Working Title_ No. 17: Alexander Spanke.
Wer bist du, wo lebst du? … Wo findet man dich primär im Netz?
Zunächst ein kurzes “Hallo” und ein herzliches “Danke schön” für Deine Interview Einladung, mein Name ist Alexander Spanke und ich komme aus Gevelsberg. Etwas abseits gelegen am Rande des Ruhrgebiets wohne ich hier nun schon seit fast 7 Jahren und geniesse dort die Ruhe zwischen Wiesen und Feldern, vermisse aber auch als gebürtiger Düsseldorfer die Stadt und den Trubel. Online bin ich dafür etwas zentraler anzufinden, Du findest mich sowohl bei Facebook und Google+ oder auf meinem Blog.
Die Glaubensfrage: Canon oder Nikon, oder was ganz anderes?
Da bin ich völlig langweilig, solange ich es schaffe mit der Kamera umzugehen – denke das ist nämlich der wichtige Punkt – fotografiere ich mit so ziemlich allem was Du mir in die Finger gibst. Hin und wieder ist eine andere Kamera aber auch hilfreich und kann auch inspirieren, wenn man das Gewohnte mit anderen Augen sieht.
Wo liegen Deine fotografischen Wurzeln? Wo, wann und warum kam die erste Kamera in Dein Leben?
Fotografisch fühle ich mich in der People-Fotografie am wohlsten und habe mich mit meinem eigenem Studio in Bochum auch genau darauf spezialisiert, ich arbeite gerne mit Menschen, egal ob drei Monate oder 96 Jahre alt, speziell wenn es beim Shooting auch um den Menschen selbst geht und dieser nicht nur eine Puppe ist, die zufällig eine hübsche Bluse trägt.
Gekommen bin ich zur Fotografie im Allgemeinen wie wohl sehr viele vor mir bereits. Anfangs war es ein Hobby aus Begeisterung zur Technik und durch Experimente und Leidenschaft wurde mit der Zeit mehr daraus. Nur der Weg zur Menschenfotografie war wohl eher etwas ungewöhnlich, dieser ging über einen Schwan, den ich früher liebend gerne an einem nahegelegenem See fotografierte und der jedes mal wenn ich er mich wieder sah auf mich los ging und mich dazu brachte mir ungefährlichere Modelle zu suchen. :)
Was fotografierst du primär? Portraits, Konzerte, Landschaften, besondere Locations?), Tiere, Food, … ?
Überwiegend fotografiere ich Portraits, sei es im eigenen Studio oder on Location, für Sedcards, das persönliche Album oder als Geschenk für die Familie. Jeder der sich der Menschenfotografie widmet wird auch automatisch gefragt wenn es um Geburtstage, Kommunion oder auch Hochzeiten geht, so ist es auch bei mir, wodurch ich auch immer wieder gerne jegliche Arten von Events begleite, vorzugsweise verrückte Hochzeiten oder Junggesellenabschiede ;)
Wenn ich dann mal raus aus den eigenen 4 Wänden komme und in Urlaub fahre genieße ich es mit meiner Frau zusammen Landschaften zu fotografieren, einfach das Land erforschen und dabei nicht nur die typischen Urlaubsbilder mit nach Hause zu bringen, nur nehme ich dabei Abstand zu Schwänen und anderen unheimlichen Tieren :)
Welche Kamera nutzt du und wieso? (Hättest du dir lieber eine andere zugelegt, wenn das Budget keine Rolle gespielt hätte?)
Zur Zeit nutze ich meine Nikon D700, ein kleiner Traum den ich mir etwa vor einem Jahr erfüllt habe, und bin immer noch hin und weg von der Kamera, der schier unendliche ISO-Bereich und die technische Qualität der Aufnahmen haben mir schon oft geholfen und seitdem bin ich bei on-Location-Shootings oder Events deutlich entspannter, weil ich weiß wie viel Spielraum mir die Kamera oft lässt.
Eine andere Kamera wenn Budget keine Rolle spielt ? Ich würde gerne mal im Studio mit digitalem Mittelformat arbeiten dürfen, das ist aber mehr so eine Neugier und nicht wirklich ein Traum.
Welche Linsen verwendest du? Mit welcher fotografierst du am häufigsten?
Bei der Objektivauswahl habe ich mich nach vielen Experimenten langsam eingeschossen, im Studio oder speziell bei Portrait Shootings bevorzuge ich Festbrennweiten, hierbei ganz besonders mein Nikkor 85mm f1,8, hin und wieder auch das 70-200mm f2,8 aber doch eher selten. Auf Events ist es ganz klar das Nikon 24-70 f2,8, eine teure Linse die aber auch jeden Euro wert ist.
Wie sieht dein typisches Setup beim fotografieren aus? Draußen/Drinnen, mit Stativ oder ohne, mit Blitz oder ohne, nutzt du zusätzliche Light Spots?
Mein typisches Setup? Das gibt es im Grunde nicht – ich bereite mich auf jedes Shooting recht intensiv vor, zumindest sagt es meine Frau, die mich tagelang von nix anderem reden hört ;) Abhängig von dem was ich erreichen möchte oder was vom Kunden gewünscht ist, versuche ich dies auch mit dem Licht umzusetzen, wobei ich übrigens überwiegend auf Stative mit Blitz setze, egal ob Outdoor oder im Studio. Reine available-Light-Aufnahmen finde ich immer wieder sehr schön anzusehen, komme aber viel zu selten dazu, es auch mal umzusetzen.
Fotografierst du nur für dich oder teilst du deine besten Shots online? Wenn ja auf welchen Plattformen?
Meine Bilder sind recht weit verteilt, so poste ich gerne bei 500px, Flickr, Twitter, Google+ und natürlich auf meinen beiden Seiten, www.alexander-spanke.de und www.asp-fotografie.de. Es macht übrigens sogar Sinn sich mir auf allen Portalen anzuschauen, denn ich verteile meine Bilder gerne hier und da und teste die Reaktionen, statt das gleiche Bild sechs mal zu posten. Übrigens wenn ich mal wieder fotografisch experimentiere, sei es vom Licht-Setup her oder später in der Nachbearbeitung ist der Sonntag Nachmittag bei Twitter meine Zeit solche Experimente zu posten :) Das schnelle und ehrliche Feedback dort hilft mir oft und zeigt ob mir etwas gelungen ist und den Weg in eines der genannten Portale geht oder ob es auf der Platte bleibt.
Woher holst du dir deine Inspiration?
Das wüsste ich manchmal auch gerne :) Was ich weiß ist, dass Stress und Hektik der Todfeind bei mir sind. Wenn ich Kreativität und Inspiration suche, gib mir Ruhe, einen heissen Cappuccino in einem gemütlichen Cafe, dazu ein Keks und eine Stunde für mich ganz alleine, dann reicht ein Kommentar bei Facebook, dass ich über mein iPhone lese, ein Blick eines anderen Gasts oder ein wartender Dackel vor der Tür. Es sind unspezifische Dinge, sicher schmöker ich auch gerne durch Bildbände, Blogs oder andere Portfolios, doch dabei werde ich eher weniger inspiriert, weil mir die Arbeiten anderer Fotografen immer viel besser gefallen als meine eigenen.
Eine Frage zum Schluss: Fotografierst du beruflich oder nur privat? Falls nur privat, was machst du “for a living”?
Nachdem ich lange nur privat fotografiert habe, wollte ich mehr und habe Anfang letzten Jahres die Entscheidung gefasst mich zusammen mit einem eigenem Studio selbstständig zu machen, zunächst als Nebenberuf aber man weiß ja nie :) Und da stehe ich nun, seit Februar selbstständiger Fotograf. Rückblickend kann ich behaupten, es war der richtige Weg. Bedingt durch die verschiedenen Anforderungen meiner Kunden habe ich in den letzten Monaten sehr viel lernen können und dazu kam noch die Begeisterung für die Kinderfotografie, ich hätte nie gedacht, dass das Arbeiten mit Kindern und Familien derart lustig sein kann.
Vielen Dank, Alexander :)
Anmerkung: ”Working Title” zeigt Fotografen und “Lichtbildersteller” die ich u.a. durch twitter kennenlernen durfte. Dieser Teil der Serie konzentriert sich zunächst auf den technischen Part. Alle Postings der Serie findet ihr unter dem Tag: Working Title.